Kommunaler Wärmeplan einstimmig angenommen
Nach einer kurzen Einführung in den kommunalen Wärmeplan für die Hansestadt Wismar durch die Verwaltung beriet der Ausschuss die Vorlage ohne weitere Fragen. Der Wärmeplan wurde anschließend mit sieben Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen einstimmig angenommen. Der Wärmeplan soll künftig eine wichtige strategische Grundlage für die nachhaltige Stadtentwicklung und weitere Planungen in Wismar bilden. Er wurde in einem umfangreichen Prozess erarbeitet und orientiert sich an den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes. Ziel ist es, langfristig den Übergang zu einer nachhaltigen, bezahlbaren, resilienten und treibhausgasneutralen Wärmeversorgung zu unterstützen.
Für die Stadt wurden unter anderem der Gebäudebestand, Energieverbräuche und vorhandene Potenziale untersucht. Auf dieser Grundlage wurden Gebiete hinsichtlich ihrer Eignung für Wärmenetze beziehungsweise eine dezentrale Wärmeversorgung betrachtet. Für die Wismarer Altstadt konnte noch keine abschließende Bewertung vorgenommen werden, sie wird deshalb zunächst als Prüfgebiet geführt. Für die übrigen Gebiete geht der Wärmeplan derzeit von einer dezentralen Wärmeversorgung aus.
Ein wesentlicher Bestandteil des Plans ist der Maßnahmenkatalog. Insgesamt wurden 14 Maßnahmen entwickelt. Besonders hoch priorisiert sind unter anderem die kontinuierliche Information der Bevölkerung, die Integration der Wärmeplanung in städtische Planungsprozesse, eine entsprechende Ausrichtung der Stadt- und Infrastrukturplanung, die Unterstützung lokaler Energieprojekte sowie die Fortführung des Wärmebeirats. Auch konkrete Projekte sind vorgesehen. Dazu gehören beispielsweise eine Machbarkeitsstudie zur Biomethanversorgung der Altstadt sowie eine Machbarkeitsstudie für ein mögliches Wärmenetz in Wismar-Süd. Für die Altstadt soll dabei geprüft werden, ob und unter welchen Bedingungen erneuerbar erzeugtes Biomethan über die bestehende Gasinfrastruktur genutzt werden könnte.
Der Wärmeplan soll im weiteren Verfahren veröffentlicht werden. Zudem soll der Bürgermeister die Umsetzung der darin enthaltenen Strategie und Ziele weiterverfolgen und die Wärmeplanung bei der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes berücksichtigen. Die vom Wärmebeirat empfohlenen Maßnahmen sollen umgesetzt beziehungsweise auf ihre Übernahme in das Verwaltungshandeln geprüft werden. Maßnahmen mit finanziellen Auswirkungen sollen vor einer Entscheidung der Bürgerschaft jeweils sorgfältig geprüft und abgewogen werden.
Fotopunkt „Wismar“ soll gemeinsam mit der Hochschule entwickelt werden
Ein weiterer Schwerpunkt war der geplante Fotopunkt der Hansestadt Wismar mit dem Schriftzug „Wismar“. Hierzu stellte die Verwaltung gemeinsam mit der Hochschule Wismar erste Überlegungen vor. Als Beispiel wurde unter anderem eine mobile Variante aus Rostock betrachtet. In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Frage eines mobilen oder festen Standorts, die konkrete Gestaltung und Umsetzung durch die Hochschule, den wirtschaftlichen Mehrwert für Wismar sowie digitale Möglichkeiten. Auch die Finanzierung wurde thematisiert. Eine Umsetzung könnte frühestens im Rahmen der Haushaltsplanung 2028/2029 berücksichtigt werden. Als möglicher Anlass für einen solchen Fotopunkt wurde auch das bevorstehende 800-jährige Stadtjubiläum genannt.
Die Hochschule Wismar signalisierte Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Stadt. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass für ein entsprechendes Projekt mit einer etwa zweijährigen Projektlaufzeit zu rechnen ist. Die Ausschussmitglieder verständigten sich darauf, das Vorhaben anzuschieben und die Hochschule ergebnisoffen einzubeziehen.
